Posted on 18 Červenec 2021

Rilke-Projekt Transformation – Wahrnehmen und Verwandeln

Ein LOGON-Projekt, in 18 Folgen.

Beginn: Freitag, 23. Juli 2021 (dann weiter jeden zweiten Tag) im Youtube-Kanal „Magazin LOGON“.

Podcast zum Thema Transformation nach Gedichten von Rainer Maria Rilke

Podcast 1 Videoclip: Der Schauende Teil 1
Podcast 1     Artikel: Der Schauende Teil 1

Podcast 2 Videoclip: Der Schauende Teil 2
Podcast 2     Artikel: Der Schauende Teil 2

Podcast 3 Videoclip: Auszug 1. Elegie
Podcast 3     Artikel: Auszug 1. Elegie

Podcast 4 Videoclip: Es winkt zu Fühlung
Podcast 4     Artikel: Es winkt zu Fühlung

Podcast 5 Videoclip: Vor Weihnachten 1914
Podcast 5     Artikel: Vor Weihnachten 1915

Podcast 6 Videoclip: Vor Weihnachten 1914 (Auszug 2)
Podcast 6      Artkel: Vor Weihnachten 1914 (Auszug 2)

Podcast 7 Videoclip: Da schwang die Schaukel
Podcast 7     Artikel: Da schwang die Schaukel

Podcast 8 Videoclip: Das geflügelte Entzücken
Podcast 8     Artikel: Das geflügelte Entzücken

Podcast 9 Videoclip: Jetzt wäre es Zeit
Podcast 9     Artikel: Jetzt wäre es Zeit

Podcast 10 Videoclip: Die neunte Elegie (Auszug 1)
Podcast 10      Artikel: Die neunte Elegie (Auszug 1)

Podcast 11Videoclip: Die neunte Elegie (Auszug 2)
Podcast 11     Artikel: Die neunte Elegie( Auszug 2)

Podcast 12 Videoclip: Wendung
Podcast 12      Artikel: Wendung

Podcast 13 Videoclip: Waldteich
Podcast 13      Artikel: Waldteich

Podcast 14 Videoclip: Durch den sich Vögel werfen
Podcast 14      Artikel: Durch den sich Vögel werfen

Podcast 15 Videoclip: Spaziergang
Podcast 15      Artikel: Spaziergang

Podcast 16 Videoclip: Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt
Podcast 16      Artikel: Wie ist doch alles weit ins Bild gerückt

Podcast 17 Videoclip: Nike
Podcast 17      Artkiel: Nike

Podcast 18 Videoclip: Für Nike
Podcast 18      Artikel: Für Nike

 

In diesem Projekt gehen wir gemeinsam einen Weg, Wir nähern uns in 18 Schritten dem Innenraum unseres Wesens und dem Innenraum der Welt. Eine Kraft aus der Tiefe beunruhigt den suchenden Menschen. Rilke spricht vom „Engel“, und er ringt mit ihm.

Eine große Aufgabe wartet auf alle, die die Wege in die Innenräume wagen. Aber es bedarf des Mutes.

Wie ist das klein, womit wir ringen,

was mit uns ringt, wie ist das groß!

(aus: Der Schauende)

Wir werden zu einem Entwicklungsschritt gedrängt. Es geht um die Transformation unseres Wesens und die Transformation von allem, mit dem wir zu tun haben. In den Innenräumen gelangen wir zum Einssein. Und das führt zu einer neuen Aufgabe im Außen. Es gibt zahllose Aussagen in Rilkes Gedichten, die uns hinführen können zur wesentlichen Aufgabe unseres Lebens. Wir haben für dieses Projekt eine kleine Auswahl getroffen und haben die Texte in eine bestimmte Reihenfolge gestellt – so, dass der Weg aufleuchten kann.

Wichtig ist, dass uns die Augen aufgehen. Stellen wir uns zwei Menschen vor, die vor einem Baum stehen. Der eine sieht einfach das Äußere des Baumes. Der andere erlebt zugleich etwas von den Innenwelten, aus denen heraus das Äußere in die Erscheinung tritt – und aus denen heraus sich der Baum ihm zuwendet, wenn er sich tiefer auf ihn einlässt.

Wie kommt es zu diesem Unterschied in der Wahrnehmung? Der eine von den beiden Betrachtern ist von dem inneren „Engel“ ergriffen worden, von der Quelle des Lebendigen in ihm selbst, und der andere nicht. Der eine hat sich umgewandt hin zur dieser Quelle seines Daseins; er wird von ihr beunruhigt und er ringt mit ihr, der andere lebt in denselben Strömen des Lebens, ohne sich ihrer aber bewusst zu sein.

Das dramatische Ringen der Umwendung deuten wir in den ersten drei Folgen des Projekts an. Wir gelangen zu der ungeheuren Macht der Stille, in die wir „hineinschreien“ können, aber:

Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?

(aus: Die Erste Elegie)

Die Zuwendung zu unserem innersten Wesen öffnet, wenn wir beharrlich sind, neue innere Sinnesorgane. Die Quelle des Lebens macht uns empfänglich für sich selbst und damit zugleich für das Lebendige in aller Natur. Die Dinge, die neben uns „da sind“ in der Natur, beginnen sich uns zuzuwenden. Wir spüren, dass sie von uns wahrgenommen werden wollen, dass sie von uns gefühlt werden wollen:

Es winkt zu Fühlung fast aus allen Dingen“.

(aus: Es winkt zu Fühlung)

Vorher waren wir ihnen gleichgültig, jetzt aber wollen sie sich durch uns entwickeln. Sie wollen es in uns „zum Gesicht“ bringen, wollen in uns „erwarmen“ (in: Es winkt zu Fühlung).

Wir erleben das „Übermaß des Daseins“, das sich vor uns „auftürmt“. Alles will im Menschen „gefühlt“ werden, will von ihm erlebt werden. Es ist zu viel, Rilke weicht zurück vor der übergroßen Aufgabe.

Da türmte sich vor dir

zu Fühlendes; ein Ding, zwei Dinge, vier

bereite Dinge.

O dass

du immer wieder wehren musst: genug.

(aus: Vor Weihnachten 1914)

 

Im Menschen muss eine Himmelsmacht erwachen, der „Sterne Schwung“ muss in ihn einziehen, wenn er der gewaltigen Aufgabe der Transformation seines eigenen Wesens und der Dinge der Natur gewachsen sein will.

Rilke spürt die Verbindung zum Baum des Lebens, zum Weltenbaum, der bis „zu den Göttersitzen“ reicht. Er erlebt sich wie auf einer Schaukel, die hin- und herschwingt und an einem „Baum“ hängt, den er noch nicht erkennen kann (Da schwang die Schaukel durch den Schmerz).

Immer wieder gelangt er zu Erhebungen, immer wieder erlebt er, wie seine Seele Flügel bekommt. Dabei wird ihm seine Aufgabe deutlich. Er sieht sie gleichsam von oben: Er soll seelische Kräfte „ausspannen“ zwischen den beiden Welten – der göttlichen und der irdisch-menschlichen. Der innere Gott will von ihm „beraten“ sein (Da dich das geflügelte Entzücken).

Und so schreitet das LOGON-Projekt voran. Die Wände unseres alten Hauses werden erschüttert, wie es in einem der Gedichte heißt. Und dann können wir mit dem beginnen, was uns aufgegeben ist. Wir sollen dem inneren „Engel“ die Welt zeigen. Er kann sie nur so wahrnehmen, wie wir sie wahrnehmen. Und unsere sich entwickelnde Beziehung zum Göttlichen wird zugleich zur Beziehung der Welt zum Göttlichen. Wir vollenden den schöpferischen Kreislauf und alles verwandelt sich aneinander. Dem Menschen kommt die Schlüsselrolle zu.

Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?

Erde, du liebe, ich will.

(aus: Die Neunte Elegie).

 

Die Siegesgöttin Nike krönt den Weg, krönt die Bemühung mit der Transfiguration (Nike). Der Mensch erringt seine kosmische Gestalt im „Weltinnenraum“.

Wir wünschen Ihnen Freude und inneren Gewinn bei diesem Rilke-Projekt von LOGON!


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