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Zahlen erzählen die Geschichte des Lebens Teil 3

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Der Zyklus von eins bis drei betrifft die Grundprinzipien. Sie nehmen ihren Ausgang in der geistigen Energie der Eins, polarisieren sich in der Zwei in Geist und Energie, um in der Drei die Bewusstwerdung möglich zu machen.

Mit der Vier beginnt ein völlig neuer Zyklus, der über die Fünf zur Sechs führt. Was sich zunächst als geistige Kraftlinien, als Grundmuster zeigte, wird nun konkret und sichtbar gemacht. Es offenbart sich in der Form. (Michael Stelzner, Die Weltformel der Unsterblichkeit, S. 40ff.)

Die Vier ist das aus der ersten Dreiheit heraus Materialisierte, also das konkret Geschaffene. Sie ist Sinnbild für Verstofflichung, Verdichtung zur Materie, zur materiellen Erde schlechthin.

Die Drei als der impulsgebende Faktor wird als männliche Zahl angesehen, die Vier verkörpert als Ausdruck des Empfangenden und Gebärenden das Weibliche.

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Die Vier stellt eine  neue Ebene der Erkenntnis dar. Der Schritt von der Drei zur Vier entspricht dem Eintauchen der Seele in eine tiefere Erfahrungsebene. Es ist der Schritt aus der eben gewonnenen heilvollen Einheit, dem Erkennen des Lebenssinns und einer Bewusstwerdung des Geistes hinein ins irdische Leben.

Darin verbergen sich jedoch Gefahren, stellt die Vier doch auch eine potenzierte Zwei dar:

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Lässt sich die Seele von der Ordnung des Geistes leiten und gestaltet sie die Materie im Sinne dieser Ordnung, so entsteht eine Formenwelt, die Ausdruck der geistigen Ordnung, der Eins ist. Lässt sich die Seele jedoch ausschließlich von der Energie der Zwei leiten, so verliert sie die Verbindung zur Eins und ihr Ausdruck in der Formenwelt entspricht dem Chaos, dem Kampf aller Wesen und Dinge gegen alle anderen. (Konrad Dietzfelbinger, Pythagoras, S. 46/47)

In diesem Sinn lässt sich das Essen vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen in der Paradiesmythe deuten. Die Energie der Zwei gewinnt Herrschaft über den Menschen.

Der Auftrag der Vier heißt: Im Irdischen die Gesetze und das Leben des Geistes wieder zu finden. Das vollzieht sich paradoxerweise in einem vertieften Sich-Hinwenden zur Erde, was keine Vervollkommnung der Natur, sondern ein Erkennen der Zusammenhänge bedeutet. Hieraus entsteht Mündigkeit, und sie ist die Voraussetzung für den geistigen Weg, den niemand für einen anderen gehen kann. Um das zu vollbringen, wird dem Menschen sichtbare Hilfe in Form von Zeichen, Boten und Signalen auf der Erde gereicht.

Wo begegnet uns die Vier im sichtbaren Leben?

  • Sie begegnet uns in den vier Himmelsrichtungen, dem großen Kreuz des Universums. Den vier Richtungen des Raumes zugeordnet finden sich die vier Zeiten des Jahres und des Tages.
  • In der Vier liegen die drei Dimensionen des Raumes und als vierte Dimension die der Zeit (Einsteinscher Weltvektor).
  • Wir kennen die vier „Elemente“ Erde, Wasser, Luft und Feuer.
  • Das gleichseitige Viereck, das Quadrat, ist die erste geometrische Figur, die auf jede Art in gleich große Teile zerlegt werden kann. Für die  Pythagoräer war das Quadrat deshalb auch das Symbol für Gerechtigkeit.
  • Eine dreidimensionale Struktur kann man auf vier Arten betrachten: als Menge von Punkten, Linien, Flächen oder als Volumen.
  • Mit der Vier beginnt die Körperlichkeit. Man benötigt vier Flächen, um einen räumlichen Körper zu bauen.
  • Symbole für die Vier sind auch der Würfel und der rechte Winkel. Klappt man die Oberfläche des Würfels auseinander, so entsteht das Kreuz – ein mehr als 10.000 Jahre altes Symbol.

 

Nicht nur im Christentum, sondern von altersher bedeutet das Kreuz ein  Gebundensein im Stoff. Um sich aus dieser Verhaftung zu lösen, ist es erforderlich, sie zu erkennen und in einem nächsten Schritt die Konsequenzen davon zu tragen, das „Kreuz auf sich zu nehmen“.

Im Hebräischen heißt der vierte Buchstabe des Alphabets Daleth, was so viel wie „Tür“ bedeutet. Um auf der Erde dingfest zu handeln und das Gesetz der Materie zu erfüllen, muss man durch die Tür der Vier gehen. Auf ihr basieren die Natur und ihre Wissenschaften und jegliche praktische Tätigkeit. (Michael Stelzner, Die Weltformel der Unsterblichkeit S. 45)

Die Vier, der Schnittpunkt von Raum und Zeit, bildet zugleich das Tor zur Erlösung und wahren Menschwerdung. Die Vier ist die Zahl, in der sich das Göttliche manifestiert, sie ist die Zahl der Erde, die Realität des Lebens, das sich in der Form ausdrückt.

Die Vier lehrt das Annehmen und Lösen der Aufgaben des täglichen Lebens. Sie lehrt zu erkennen, dass in allem, was uns begegnet – so profan oder unscheinbar es auch erscheinen mag -, ein Sinn liegt, den es zu erschließen, anzunehmen und einzulösen gilt.

Wurde in der Drei eine festere, eigenständigere Basis für das Leben gefunden, so stellt die Vier als gerade Zahl, durch die volle Konfrontation mit dem Leben, das eben Erworbene bereits wieder in Frage. Mit der Zwei erfahren wir, dass alles Leben auf Gegensätzen beruht; durch die Drei lernen wir den konstruktiven Umgang damit; in der Vier begegnen wir – aufbauend auf dem Sinnbezug des vorangehenden Zyklus von Eins bis Drei – den tieferen Fragen nach Sinn, Bestimmung und Auftrag des Daseins als Mensch hier auf Erden.

Wie geschieht das in unserem Leben?

In unserer sichtbaren Welt machen wir unzählige Lebenserfahrungen. Wir sehnen uns nach Harmonie und Vollendung, erkennen jedoch irgendwann einmal, dass nichts beständig und alles vergänglich ist. Schließlich gelangen wir an eine Grenze, an der unser Herz aufzuhorchen beginnt und der Ruf der Ewigkeit wahrnehmbar wird. Fragen nach dem ursprünglichen Sinn des Lebens tauchen auf und die Sehnsucht, ihn zu finden, wächst. Die Fünf wird darauf  eine Antwort geben, denn sie beinhaltet eine bewusste Wiederverbindung mit dem Geist.

Bei Pythagoras galt die Vier als die ideale Zahl. Gemeint war der Zyklus Eins – Zwei – Drei – Vier, den er Tetraktys nannte. Die Vier symbolisiert das Leben in der Erscheinungsform, in deren Hintergrund die Einheit, die integrierte Zweiheit und die schöpferische Dreiheit unaufhörlich wirken. Ein Leben in diesem Sinne führt zu einer höheren Stufe der Eins, nämlich zur Zehn:

1 + 2 + 3 + 4 = 10

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 Tetraktys

Obgleich im Begreifen der Vier ein Idealzustand enthalten ist, sind wir im praktischen Leben meist weit hiervon entfernt. Die Einflüsse aus einer Überbetonung der Zweiheit in der uns umgebenden Welt wirken beherrschend auf uns ein und verselbständigen sich, weil sie nicht von der Eins durchwirkt sind.

Warum sich der Mensch zwischen Einheit und Gespaltenheit befindet, und welche Chance für ihn darin liegt, lernen wir aus der Qualität der Fünf. (Michael Stelzner, Die Weltformel der Unsterblichkeit S. 46)

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