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„Es gibt keine Materie an sich." Wie sich in der Natur Elemente verwandeln – Teil 2

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Zu Teil 1

Der französische Chemiker Prof. Pierre Baranger (1900 - 1971), der Experimente mit Pflanzen (z.B. Wicken) durchführte, berichtete 1959 darüber und führte u.a. aus:

Meine Ergebnisse sehen unmöglich aus, aber sie liegen nun einmal vor. Ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Ich habe meine Versuche x-mal wiederholt. Ich habe Jahre hindurch tausende von Analysen gemacht. Ich habe die Ergebnisse von Dritten verifizieren lassen, die nicht wussten, worauf ich hinaus wollte. Ich bin mit verschiedenen Methoden an die Sache herangegangen. Ich habe meine Experimentatoren gewechselt. Doch es gibt nichts daran zu rütteln; wir müssen uns der Tatsache beugen: die Pflanzen kennen das alte Geheimnis der Alchemisten. Vor unseren Augen wandeln sie tagtäglich Elemente um. [1]

Nach den im ersten Teil dieses Artikels zitierten Aussprüchen von Planck, Steiner und Dürr zu dem Wesen der Atome sollten solche bisher nicht erklärbaren Phänomene, wie sie Baranger beschreibt, die im deutlichen Widerspruch zu der herrschenden Atomtheorie stehen, nicht mehr auf grundsätzliche Ablehnung stoßen, nach dem Palmströmschen Motto: „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf". Voraussetzung für die Akzeptanz dieser Aussagen ist aber wohl eine neue Bewusstwerdung, ein Eintreten in die Welt des lebendigen Seins:

Es gibt keine tote Materie – alle materielle Erscheinung ist aus Geist. Die Atome sind Konzentrationen der ursprünglichen Wirksamkeiten der göttlichen Idee im Universum: Weisheit, Liebe, Erfüllung.

Die Biologische Transmutation meint nicht mehr und nicht weniger als die Umwandlung von bestimmten Atomen in andere. Diese Umwandlung geschieht jedoch nicht beliebig, sondern in einer bestimmten Gesetzmäßigkeit, die sich durchaus mit den Begriffen und dem Modell der herkömmlichen Atomtheorie erklären lässt, wie Baranger ausführt. Die Umwandlung erfolgt demnach durch den Austausch von Protonen. So wie sich Atome zu Molekülen zusammenfügen durch den Austausch von Elektronen, so soll bei der Biologischen Transmutation durch den Austausch von Protonen ein anderes Element entstehen. Dabei bleibt die Gesamtzahl von Protonen, Neutronen und Elektronen immer erhalten, so dass die atomare Energie (weitgehend) erhalten bleibt.

Ein Beispiel: Misst man die Menge an Calcium in den Schalen von Hühnereiern, so kann das plötzliche Auftreten von Kalk in den Knochen von Küken-Embryos mit der herkömmlichen Chemie nicht erklärt werden, sofern die Hühner nur geringe Mengen Kalk durch das Futter bekommen, aber dafür viel Glimmer, also eine Kieselsäureverbindung.

Besonders der französische Naturwissenschaftler (Ingenieur und Regierungsbeamter) C.L. Kervran (1901 – 1983) hat sich diesen und anderen Phänomenen gewidmet und hat als einzige schlüssige Erklärung die Umwandlung von Atomen gefunden. Seine Erklärung ist, dass das Silizium aus der Kieselsäure Si(OH)4  in Verbindung mit Kohlenstoff in Calcium umgewandelt wird [2]:

28Si + 12C := 40Ca.

Die Zahlen vor dem Elementsymbol bedeuten dabei das gerundete Atomgewicht. Für die Umwandlung durch Transmutation verwendet Kervran das Zeichen :=. Diese Symbolik für die Umwandlung bedeutet nicht automatisch, dass ein energetisches Gleichgewicht existiert. Die Umwandlung kann also durchaus endotherm (durch Zuführung von Energie) oder exotherm (unter Freiwerden von Energie) verlaufen.

Es hat auch schon im 19. Jahrhundert Forschungen und Entdeckungen in dieser Richtung gegeben. Der deutsche Freiherr Albrecht von Herzeele formulierte schon Mitte des 19. Jahrhunderts: „Nicht der Boden bringt die Pflanze hervor, sondern die Pflanze den Boden". Auf die wegweisenden Arbeiten von Herzeele bezog sich auch Baranger.

Auch Rudolf Hauschka (1891 – 1969) knüpfte in seinen Forschungen an Herzeele an und gibt im Anhang seiner eigenen Schrift Substanzlehre mehrere Schriften Herzeeles im originalen Wortlaut wieder, u.a. den Text Zur Entstehung der unorganischen Stoffe von 1876 [3], [4], [5]

Die aufgeführten Forschungsarbeiten sind von seriösen Naturwissenschaftlern durchgeführt worden und dürfen keinesfalls mit der mittelalterlichen Pseudowissenschaft der Goldmacher in Zusammenhang gebracht werden, die auch den Begriff der Transmutation verwendeten. Das bisher bei der Biologischen Transmutation gefundene Element mit der höchsten Ordnungszahl ist das Eisen (56Fe). Von daher muss ein eventuell aufkeimender Gedanke an ein „biologisches Goldmachen" sofort wieder losgelassen werden.

Aber auch die Umwandlung von Kohlenstoff und Fluor in Phosphor kann wichtig und hilfreich für den Agrarsektor werden, da man bisher davon ausgeht, dass Phosphor, das für die Ernährung der Menschheit notwendig ist, eine begrenzte Ressource sei.

Quintessenz

Durch ein zunehmendes Verständnis des Wesens der Materie können wir auch eine natürliche Art der Umwandlung von Elementen verstehen, wie sie offensichtlich von Pflanzen praktiziert wird. Das Wesen der Materie kann verstanden werden durch:

Am Anfang ist der Geist da, der die Idee des Lebens aussendet.

Das Leben ist das Ergebnis des geistigen Impulses.

Die Materie ist das Ergebnis des Lebens.

Rudolf Steiner formuliert es so:

Stoff ist geronnene kosmische Tätigkeit.

Der Schlüssel für das konkrete Verstehen der Biologischen Transmutation könnte darin liegen, dass wir einen Zugang finden zum Verständnis und zur Verwirklichung von

Einheit, Weisheit und Liebe,

oder er könnte sich, wie die Rosenkreuzer schon 1615 in ihrer Confessio Fraternitatis R.C. schrieben, einstellen,

... nachdem die Welt den Rausch aus ihrem vergifteten und betäubenden Becher ausgeschlafen haben und früh am Morgen der aufgehenden Sonne mit offenem Herzen, entblößtem Haupte und barfuss fröhlich und jubelnd entgegen gehen wird. [6]

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Quellen:

[1] Pierre Baranger: Interview mit der Zeitschrift  Science et Vie, 1959

[2] C.L.Kervran: Biologische Transmutation. Edition Fahrenheit, Band1. Archivverlag Agraffe, Basel 2016

[3] Rudolf Hauschka: Heilmittellehre. Ein Beitrag zu einer zeitgemäßen Heilmittelerkenntnis. Vittorio Klostermann, Ffm 2004 (86.Aufl., S.76)

[4] Albrecht von Herzeele: Vegetabilische Entstehung des Phosphor und des Schwefels. Peters, Berlin 1880.

[5] Hier eine Auswahl von beobachteten Phänomenen, die sich offensichtlich nur durch eine Biologische Transmutation erklären lassen:

40Ca    :=    28Si + 12C                                 23Na    :=    7Li + 16O

31P       :=    24Mg + 7Li                                 31P       :=    12C + 19F

32S       :=    16O + 16O                                 35Cl      :=    16O + 19F

19F       :=    12C + 7Li                                   14N2     :=    12C + 16O

56Fe     :=    55Mn + 1H

[6] J. van Rijckenborgh: Das Bekenntnis der Bruderschaft des Rosenkreuzes. Haarlem 1980, Kap. VIII

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Weitere Infos:

Kervran wurde 1993 posthum mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.

Bernhardt P. J. O’Mara Bockris (1923–2013) erhielt 1997 ebenfalls den lg-Nobelpreis u.a. für seine Forschung zur Kalten Fusion [sprich Biologische Transmutation]. Bockris war ein Professor der Chemie, der sich vor allem mit der Physikalischen Chemie und insbesondere der Elektrochemie befasst hat. Er hat über 700 wissenschaftliche Veröffentlichungen mitverfasst, darunter über 20 Bücher. Vor allem für seine Lehrbücher zur modernen Elektrochemie und als früher Fürsprecher einer Wasserstoffwirtschaft ist er bekannt. Er gehört zu den Mitbegründern der CITCE, der Vorläuferin der International Society of Elektrochemistry (ISE). In späteren Jahren unterstützte er Arbeiten zur Kalten Fusion, wofür er heftig kritisiert wurde. (Wiki)

Der Ig-Nobelpreis ("ignoble"), gelegentlich als Anti-Nobelpreis bezeichnet, ist eine satirische Auszeichnung, um wissenschaftliche Leistungen zu ehren, die "Menschen zuerst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“ (Wiki).

 

 

 

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