Freedom

Freiheit und Wahlmöglichkeit

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Man sagt, dass das Leben voller Entscheidungen ist. Es bietet uns eine Vielzahl von Möglichkeiten. Wir müssen uns stets für eine entscheiden. Und sobald wir eine Wahl getroffen haben, eröffnen sich neue Möglichkeiten, die auf unsere nächste Entscheidung warten. So haben wir also die Freiheit, uns für einen Weg, für eine Richtung zu entscheiden – und haben die Verantwortung für die Folgen unserer Wahl zu tragen. Freiheit und Verantwortung gehen Hand in Hand.

Aber können wir sagen, dass jede Wahl, jede Entscheidung, die wir treffen, auch im vollen Bewusstsein der Konsequenzen getroffen wird? Wohl kaum. Wahrscheinlich ist es zutreffender zu sagen, dass die meisten von uns unbewusst auf das Leben reagieren, anstatt jedes Mal, wenn wir eine Wahl treffen, eine voll bewusste Entscheidung zu treffen. Wir werden zu bestimmten Handlungen getrieben, die von unserer Persönlichkeit, von unserem Charakter beeinflusst werden; und er ist voller Vorlieben und Abneigungen, Einstellungen, Überzeugungen, Prinzipien, Moral usw. Sie wirken sich auf unser Verhalten aus und prägen es. Und unsere Verhaltensweisen führen uns zu neuen Entscheidungszwängen.

Angesichts dieses Szenarios müssen wir anerkennen, dass die meisten von uns die Idee der freien Wahl, d. h. die Möglichkeit von Entscheidungen, die bewusst und in voller Objektivität getroffen werden, nicht in die Tat umsetzen. Entscheidungen dieser Art werden in unserem Leben wahrscheinlich eine Seltenheit sein. Wenn das aber der Fall ist, sind wir dann nicht Opfer unserer selbst? Sind wir dann nicht in einem endlosen Rad von Entscheidungen gefangen, die nur Reflexe von Verhaltensweisen sind, von denen keine in wahrer Freiheit getroffen worden ist? Liegt darin nun aber eine deprimierende Endgültigkeit, ohne Lösung, ohne Möglichkeit, diesem Kreislauf zu entkommen?

Es gibt eine „spirituelle" Lösung, eine, die ebenfalls auf einer Wahlmöglichkeit beruht. Um sie zu finden, müssen wir unsere Situation besser verstehen, müssen verstehen, warum wir so sind, wie wir sind. Unsere Persönlichkeit setzt sich aus vielen Faktoren zusammen, die alle ihren Einfluss auf unser Denken und Fühlen und damit auf unser Handeln ausüben.

Wir kennen die Momente, in denen wir zum Beispiel in erhöhter Emotion reagieren und uns auf eine Weise verhalten, die wir normalerweise vermeiden würden. Wir wissen auch, dass unsere Überzeugungen uns starrsinnig und unflexibel machen können. Wir können Beispiele für fast jede Lebenssituation nennen, in denen unsere Entscheidungen zutiefst von den Nuancen unserer Persönlichkeit geprägt worden sind.

Und doch haben wir die Verantwortung für unsere Taten zu tragen. Damit betreten wir den Bereich der menschlichen „Spiritualität", denn die Folgen unserer Aktionen gestalten unser „Karma“, und Karma ist der große Lehrer der Menschheit. Welche Lektionen lehrt es uns, dieses Gesetz von Ursache und Wirkung?

Was du säst, das wirst du ernten! Und wie manifestiert sich dies in uns? Wenn unsere Lebenserfahrungen - im Guten wie im Schlechten - ihren Lauf genommen haben, bleiben uns unsere eigenen Überlegungen und Einsichten, die wir dabei gewonnen haben. Sie führen zu einem wachsenden Bewusstsein über uns selbst, über die Tiefen dessen, was wir sind, über das Wesen und die Aktivitäten unserer Persönlichkeit. Durch die Auswirkungen unserer Entscheidungen gewinnen wir Einsichten in unsere Eigenart und die Eigenart der Situationen, in die wir gelangen.

Und was geschieht dann? Die Einsichten beginnen, unsere Entscheidungen zu beeinflussen. Der oben erwähnte endlose Kreislauf wird von einem neuen Einfluss berührt, dem Einfluss der Selbsterkenntnis. Unsere Entscheidungen bewegen sich weg von den automatischen Impulsen des Unterbewusstseins und hin zu Entscheidungen, die bewusster und in objektiver Selbstwahrnehmung getroffen werden.

In diesem Szenario gewinnt der Einzelne also durch seine Lebenserfahrungen eine Reife, die seine Entscheidungen zu beeinflussen beginnt. Statt automatisch und unreflektiert auf das Leben zu reagieren, fängt er an, seine Reaktionsweisen zu beobachten, zu hinterfragen und zu reflektieren.

Es reicht nicht aus, wenn man uns sagt: Wenn du diese Wahl triffst, dann wird das die Folge sein.

Nein, wir müssen in ein neues Bewusstsein hineinwachsen, in eine immer tiefer reichende Selbsterkenntnis. Nur sie kann uns verlässlich leiten. In gewisser Weise werden wir durch diesen Prozess auch frei von uns selbst, frei von den Fesseln der Vergangenheit, frei vom Unterbewusstsein, von all den Impulsen, die früher unsere Entscheidungen geprägt haben.

Wir befinden uns dann auf dem Weg zu unserem tiefsten Selbst und folgen seinen Eingebungen. Durch sie leuchtet Freiheit auf, eine Freiheit, die wir in einem wachsenden Bewusstsein und in der Akzeptanz von Verantwortung austragen. Auf diese Weise setzen wir unsere Füße auf einen „spirituellen" Weg, einen Weg, der aus dem Grundgestein der Lebenserfahrungen herausgemeißelt und von hart erkämpften Einsichten geprägt ist. In stets zunehmender Autonomie gehen wir einen neuen Weg, wachsen wir in einen neuen Weg hinein, in einen neuen Zustand des Seins.

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