Healing

Heil - Heilung - Heiligung: Der Weg zur wahren Gesundung der Menschheit

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Um die Gegensätzlichkeit von krank und heil, von verderblich und heilig von Grund auf zu verstehen, möchte man von den etymologischen Grundelementen ausgehen. Das ist aber nur teilweise möglich: Nicht einmal das Grimmsche Wörterbuch der deutschen Sprache [i] erklärt befriedigend den starken Gegensatz von Gesundheit und Sünde, trotz enger sprachlicher Nähe: Das altdeutsche casuntida (gesundet), von sunte – vgl. franz. santé – steht im Gegensatz zu Sünde – (altd. sunde, abschneiden).

Ebenso vermissen wir bei den Brüdern Grimm die Erklärung von Heil i.S.v. Heilung und Heiligung. Letzteres mag aber mit Helligkeit verbunden sein. ‑ Dem gegenüber steht der Ausdruck krank zweifellos mit kränken/krängen in Verbindung ‑ einer Schieflage also. Das heißt, das Kollektiv der Menschheit sei aus der Helligkeit aufrechter Gesundheit in die unheilige Schieflage krankhafter Verdunkelung geraten.

Wir verstehen nun den Begriff Synde i.S.v. Abtrennung als das Austreten eines Menschen – oder der ganzen Menschheit – aus der fundamentalen Harmonie kosmischer und mikrokosmischer Dynamik mit ihrem Gesetz von Ursache und Wirkung, heute allgemein unter dem Begriff Karma bekannt –von den Meisten aber leider nur als Strafe empfunden. In Wirklichkeit ist Karma das Universale göttliche Liebes-Gesetz, wodurch nicht nur unser Kosmos, sondern das ganze Universum seine Harmonie aufrecht erhält. Allerdings ist sich die heutige Menschheit, so lange es ihr gut geht, dieser Harmonie nicht mehr bewußt. Sie stört sie ständig und klagt dann über die unvermeidlich schmerzhaften Folgen. Dieser völlige Mangel an Bewußtsein bewirkt, daß die göttliche Idee Mensch keine Nahrung mehr erhält und allmählich „verhungert“, bzw. sich selbst auffrißt, wie dies bei der Infektion mit dem Virus COVID wirklich stattfindet. [ii]

Göttliche Idee Mensch

Das ganze Universum ist nämlich einerseits nichts Anderes als ein einziger lebendiger, göttlicher Organismus, und andererseits eine spielerische, ihrer selbst unbewußte – „selbst-lose“ – Gesamtheit aus an sich weder vollkommen guten noch vollkommen „bösen“ Manifestationen und Bewegungen. Das zeigen auch die verschiedenen gegenläufigen Himmels-Sphären unseres Sonnensystems. – Der Dreh- und Angelpunkt all dieser gegenläufigen und in ihrer Ur-Natur vollkommen harmonischen Phänomene aber ist kein abstrakter oder meßbarer Punkt im Universum, sondern es ist Der Mensch ! – Mit anderen Worten: die göttliche Idee Mensch ist tatsächlich der Dreh- und Angelpunkt der großen Welt, so wie das persönliche Ich der Dreh- und Angelpunkt der kleinen Welt des Mikrokosmos Mensch ist. Der griechische Wortstamm fürs Wort Idee meint ein Bildliches : eidea /eidoV eidea /eidos – Idee/Bild . – Darum wird die Welt Kosmos genannt: Weil sie ein vollkommener Ausdruck ist von Ordnung, Kraft und Schönheit, sich entfaltend vor dem Hintergrund einer alles umfassenden Güte, durchstrahlt von einer unumstößlichen, liebevollen Wahrheit.

Dazu noch einige Bemerkungen :

Kosmos heißt auf Griechisch Ordnung, Schönheit. Darum sagt das Corpus Hermeticum [iii], das göttliche Wollen habe die schöne Welt geschaut – er-schaut – und zwar zuerst als schöpferisches Ur-Bild, als Ur-Idee, dann aber als er-schaffenes, stoffliches Universum im unbeschreiblich harmonischen Zusammenwirken aller Teile, Gattungen und Dimensionen innerhalb und außerhalb von Raum und Zeit (schaffen heißt gestalten – engl. shape).

Schon die biblische Genesis sagt es deutlich: Die Schöpfer-Götter wollten ein „Bildnis und Gleichnis“ ihrer selbst herstellen. – Warum ? Weil jeder Schöpfer wünscht, in seinen Werken manifest ‑ und dadurch erkennbar ‑ zu werden und sich zu vermehren. Dieses „Bildnis und Gleichnis“ ist erstens das Universum, zweitens unser Lebensraum Kosmos, und drittens der Mensch. Man dürfte auch sagen : Das Universum ist das manifeste Kleid der Gottheit, die selbst letztlich unsichtbar, unbegreiflich und unerklärlich ist, sich aber in ihren Manifestationen Demjenigen erkennbar macht, der sich ernsthaft der Suche nach dieser innersten Ursache und lebendigen Kraft widmet.

Die Idee begreifen und ergreifen

Der Daseinszweck des Menschen im Universum ist nicht nur, sich zu vermehren und die Erde zu beherrschen (Genesis 1 und 2), sondern vor allem der, Gott ähnlich zu werden, wie die Schlange in Genesis 3 es versprach. Die mit dem Erlangen von Kenntnis verknüpfte Bedingung : „… wirst du des Todes sterben“ ist keine Strafe, sondern eine erste Gnade : Ohne körperlichen „Tod“ mit anschließender „Pause“ zum Verarbeiten der ein Leben lang gesammelten Erfahrungen könnte die Seele nicht lernen, könnte also auch nicht ihrem höchsten Ziel – All-Erkenntnis, All-Bewußtsein und Gottähnlichkeit – entgegen wachsen : Nur so kann der Mensch, wie Jemand es so präzis ausdrückte,

durch die Zeit von einem Kollektivwesen zur individuellen Lebensverwirklichung fort[schreiten], dabei immer mehr an Wachheit gewinnend. –

So ist die sichtbare Schöpfung das Kleid – und zugleich ein Compendium ‑ der Gottheit. Der Mensch aber ist ein Compendium des Kosmos – darum wird er Mikrokosmos genannt. ‑ Und wie viel verstehen wir von dieser „Kleinen Welt“ ? – Fast nichts, trotz Weltraumfahrt und Elektronenmikroskop !

Hier ist nun ein wichtiger Punkt zu betonen : Jedes manifestierte Ding oder Wesen „existiert“ primär als reine Idee – reiner Geist. Diese Idee nimmt meistens allmählich, selten augenblicklich, eine ätherische Gestalt an, die sich allmählich mehr und mehr verdichtet, bis eine physische Manifestationsform entstanden ist. Das Universum ist also die physische Manifestation der größten Ideen-Form Gottes : so groß, daß wir es nicht fassen können. Lao-Dse in seinem Dao-De-Ging sagt in Spruch 41 :

Ein großes Gefäß braucht lang zur Vollendung. Ein sehr großer (oder tiefer) Klang wird kaum gehört. Der größte Elefant ist mit nichts zu vergleichen … .[iv]

Die göttliche Idee Mensch ist das allergrößte Wunder innerhalb der unbegreiflichen, im Anbeginn rein geistigen „Wunder-Idee Universum“ ! – Und das größte im Stoff manifestierte Wunder war ursprünglich der im Stoff manifestierte Mensch. der noch mit den höchsten gott-ähnlichen Eigenschaften ausgestattet war : Seine Einsicht, seine Denkfähigkeit, seine Schöpfungskraft unterschieden ihn von allen Geschöpfen der vier anderen gut bekannten Reiche : der Reiche von Elementen, Mineralien, Pflanzen und Tieren. Seine allerwichtigste Begabung – und zugleich seine größte Bestimmung ‑ ist hingegen seine Fähigkeit, ein hohes Bewusstsein zu entwickeln: Das ist der Keim, aus dem göttlich zu werden er bestimmt ist.

Verdorbenes Wunder

Leider aber ist der Mensch von seinem hohen göttlichen Stand im wörtlichen Sinne heruntergekommen, weil er seine Begabungen vernachlässigte bzw. entgegen der ursprünglichen Bestimmung anwandte und anwendet. Seinen Leib läßt er verkommen durch unnatürliche Ernährung und Bewegungs-Trägheit , Seele und Geist durch negative Gedanken, emotionale Perversion, Angstpsychosen und Bildungslosigkeit : Wo sind heute die Zeugnisse hoher Poesie, genialer Musik, beseligender Kunst ? Wo das gemeinsame Singen von Liedern, das Memorieren von Gedichten und Balladen ? Wo der Schatz von Mythen und Märchen, oder auch nur die häusliche Pflege einer die Seele erhebenden Ästhetik ?

Und des Menschen exklusive Begabung – jene von Vernunft, kreativem Denken und übermenschlichem Bewußtsein ? Sie geht in der Besinnungslosigkeit materialistischen Denkens unter, das aus dem wahren Leben einen Daseinskampf – Jeder gegen Jeden – gemacht hat. Und dieser Zerfall des Wunders Mensch wird von den höchsten Regierungsstellen gefördert : in Schulen und Universitäten, in Politik und Wirtschaft, durch gesundheitsfeindliche Medizin mit ihren tödlichen Impfstoffen, und durch im wahrsten Sinne geist-tötende Massen-Kommunikation !

Warum zählen wir alle diese Übel ausführlich auf ? Weil all diese Gifte, all dieser Entzug wahren Wohlstands und wahrer Gesundheit nicht nur vom Individuum Mensch erfahren werden – auch nicht allein vom noch immer heilbaren Kollektiv Menschheit, sondern auch von der universell göttlichen Idee Mensch, aus der tatsächlich die physische Menschheit lebt, wie ein Kind an der Mutter Brust – obgleich ohne sich dessen bewußt zu sein. So leidet zutiefst das Lebewesen Erde mit seinen sieben Wesensgliedern – physisch, ätherisch und geistig ‑ von der vernunftlosen Menschheit mehr geplagt, als es in seiner großen Kraft „verkraften“ kann ! Und das sichtbare, fühlbare und ultimativ warnende Ergebnis der so gekränkten – gekrängten ‑ Erde ist physische Krankheit der Menschheit als Symptom seelischen und geistigen Leidens – zum Beispiel die Pandemie, COVID genannt.

An diesem Nadir der Betrachtung angelangt, fragt man spontan : Gibt es überhaupt noch Rettung für dieses schwer kranke Lebewesen Erde ? ‑ Was kann ein Individuum – was soll ein Kollektiv tun, was muß geschehen in Gedanken, Gefühlen und Handlungen, damit eine positive Wende gemäß den Gesetzen, die Geist und Stoff verbinden, wirksam werden kann ?

Intelligente Umkehr

Die Antwort lautet, für die Meisten unbequem :

Ja, es gibt die Rettungsmöglichkeit bis zum letzten, äußersten Augenblick – entsprechend der biblischen Geschichte von Loth und seiner Familie. Sie liegt aber zwingend in einer klaren mentalen Umkehr möglichst vieler Menschen: von der kranken zur gesunden Mentalität: Die Mentalität, das ist das lateinische Wort Mens, aus dem das Wort Mensch entstand. Und das bedeutet: der Geist, das Gemüt.

Das Gemüt ist das, woraus jeder gesunde Mensch leben sollte – wollte man nur genügend Seelenwasser, geistige Luft und Bewußtseins-Feuer in ihm wachsen lassen, wie dies im Mittelalter noch ganz natürlich geschehen konnte und seit der Renaissance in den klassischen Universitäten gefördert wurde ! – Jener Mentalität entstammen Erfindungen und Entdeckungen, musikalische, gestalterische, poetische und andere Monumente schöpferischen Menschseins: aus üppigem Wuchs bewußt gestalterischer Kraft, aus blühender Phantasie und Intuition, aus fruchtbarem Forschen und Denken : Menschenwerke wahrlich göttlicher Dimensionen – dank selbst-vergessener Hingabe ans schöpferische Werk. Der dynamische Prozeß war das Wesentliche, das Werk dessen gesetzmäßige Folge, der „Schöpfer“ der namenlose Diener Beider.

Doch dann verkam diese schöpferische Mentalität : Das Ich des Einzelnen, diese gültige, freie Dynamik, verkam zum autoproduktiven Willen Künstlicher Intelligenz .

Der Mensch kann unendlich viel, wenn er nur wirklich will !,

sagte der Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller (1819-1890), und er hatte wirklich recht ; nur sagte er nicht, daß dieser Wille ein zweischneidiges Schwert ist, das zwar, klug und weise geführt, zu höchsten Höhen menschlicher Leistung verhelfen kann, aber wenn ohne ein entsprechendes Bewusstsein gezückt, ins tiefste Verderben führt. – Leistungswut und Tüchtigkeitswahn, die Möglichkeit, alles zu können, was man wirklich will, ließ die Menschheit an ein Wissen glauben, das doch immer nur Scheinwissen oder Halbwissen ist und bleiben muß, solange das Bewusstsein der Menschen nicht Schritt hält mit den mentalen Möglichkeiten : Bewusstsein allein ist der Schlüssel zum Rückweg ins Heil – zur Gesundheit der Menschheit und damit zum erneuten Wohl der kosmischen, göttlichen Idee Mensch!

Was aber ist das höchste Bewußtsein, das der Mensch entwickeln kann – nein : das die Menschheit entwickeln muss ? ‑ Es ist das Bewußtsein der göttlichen universalen Kraft, welche Weisheitslehrer aller Zeiten Die Liebe nannten, und die für die heutige Welt – unabhängig von Geschichte, Kultur, Kaste und Religion Der Christos ist : Das ist die reine Liebeskraft des allerhöchsten Gottes, die für alle Menschen aller Welten dieselbe ist, und deren Verwirklichung nur durch bewußte Menschen geschehen kann. Und das ist nun ganz unabhängig davon, ob die aktuelle Pandemie künstlich oder spontan, willentlich oder versehentlich ausgebrochen ist : Sie konnte oder mußte ausbrechen, weil der kosmische Organismus Mensch von innen her – von der physischen Menschheit her – sich selber auffraß, wie der genannte Virus sein Opfer von innen her auffrißt. Ohne ein umfassendes, alles übergreifendes Heilmittel auf der Basis eines Bewusstseins, das diesen Namen wirklich verdient, müßte die Menschheit also – so ausgedrückt – sich selbst innerlich auffressen. Dann würde aber der Dreh- und Angelpunkt der Welt – Mensch – zu nichts, und damit der Planet Erde obsolet. In letzter Konsequenz würde er sich auflösen – in eine ätherische Wolke zuerst, in eine verblichene ‑ oder von Grund auf neue – „Ur-Idee“ danach.

Findet jedoch Der Mensch jetzt den Weg zu jenem hohen Bewusstsein, so wird damit die ganze Menschheit auf eine neue, bisher nur Wenigen vorstellbare Ebene gehoben. Diese erneuerte Menschheit wird sowohl den Geist und die Seele bewusst in ihr Dasein einbeziehen, als auch das wahre Bewusstsein vom Christos in ihre dannzumal heile Existenz hinein wirken lassen. Das ist dann Heilung und Heiligung bis zu einer Höhe, von wo aus neue Dimensionen des Denkens und Fühlens, der Imagination und Inspiration, des Wollens und Handelns erreichbar werden, und wo das bisherige Menschentier den Namen Mensch endlich wirklich verdient!

Heute können wir nur dahingehend wirken, daß die Idee Mensch im Begreifen der Vielen einen Platz erhalten kann (wie ein Embryo im Schoß seiner Mutter), wo sie zum wahren Bewusstsein vom Menschen heranwachsen kann. Vorallem ist zu hoffen, daß, wenn die vielfachen Eindrücke der Pandemie COVID wieder einem heilen gesellschaftlichen Leben gewichen sein werden, die Lektion doch gelernt sein möge, und nicht der Devise „Back to normalZurück zur Bewußtlosigkeit davor !“ – Raum geben wird.

Die Jahrhunderte der Ichzentralität sollen damit beendet sein, damit der wahre Mensch, wie er in der göttlichen Idee Mensch erschaut wurde, wieder aufblühe im neuen Kleid und in der neuen Harmonie des neuen Bewusstseins von Gott, Welt und Mensch-sein.

Das Bild Gottes ist die zeitliche Ewigkeit ; – das Abbild der Ewigkeit: die Welt ; – das Abbild der Welt: die Sonne ; – das Abbild der Sonne aber: der Mensch. (PymanderCorpus Hermeticum, a.a.O.)

 

 


[i] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, Bände I bis XVI, Leipzig 1854–1960.

[ii] Siehe Max Heindel : Okkulte Prinzipien der Gesundheit und Heilung. ISBN  3-88956-1349. (Originalausgabe : Occult Principles of Health and Healing).

[iii] Corpus Hermeticum : Die lateinische Übertragung (1468) von Marsilio Ficino, im Wiegendruck von 1503 als Facsimile. Text und deutsche Übersetzung auf gegenüberliegenden Seiten; illustriert. ‑ ISBN: 9783-952 4262 41.

[iv] Lao-Dse: Dao-De-Ging (Tao-Te-King) – Die Gnosis im Alten China. ‑ Aus dem Chinesischen ins Deutsche gebracht, auf drei Ebenen aktuell erklärt und mit einigen Anmerkungen versehen durch Pierre Martin.

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