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Die Wege der Welt

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Viele Wege gibt es in unserer Welt – Fußwege, Nebenwege,  Schnellstraßen, Wege des Denkens, des Fühlens, des Handelns. Wir können uns einen Weg zeigen lassen oder wir können unseren Weg selbst suchen. Wir können unsere Gefühle ausdrücken, unseren Emotionen Luft machen, oder sie auch unterdrücken. Wir sind frei in unseren Gedanken und in gewissen Grenzen auch in unserem Handeln. Doch führt auch nur einer dieser Wege zur Befreiung? Halten sie uns nicht fest auf alten Spuren, bewegen wir uns auf unserem Lebensweg nicht letztlich im Kreis?

Nehmen wir die Gefühle. Wir können sie auf tausenderlei Weise ausdrücken, sie haben sogar „Farbnuancen“. Da ist das Rot des Zornes, da sind die Blautöne des Trübsinns, das helle Gelb von Glück und Freude, die Schwärze von Angst und Depression. Und für alles gibt es Gegenpole. Unser Herz drückt aus, was an Emotionen aufwallt. Und wie ist es mit den Gedanken? Lichte und glückliche Gefühle erzeugen positive Gedanken, dunkle und düstere sind Nährboden für schäbige, schlechte Gedanken. Die Spannbreite ist weit, fast endlos, und unser Denkapparat ist darin geübt, für alle Nuancen Namen zu ersinnen.

Welche Beziehungen gibt es zwischen unseren Gefühlen und den Gedanken und Handlungen? Häufig sind sie im Konflikt miteinander – das Herz sagt ja, das Denken nein, oder umgekehrt, und die Handlung ist dann konfus, vom inneren Konflikt gezeichnet. Wie viele Menschen nehmen sich die Zeit, sich darüber Klarheit zu verschaffen? Sind wir nicht viel zu beschäftigt, um innezuhalten, zu reflektieren, zu hinterfragen, warum wir gerade so fühlen, denken und handeln? Und welche Auswirkungen das auf uns selbst hat, auf andere und auf die Welt um uns herum? Wie oft halten wir ein, um uns zu fragen, auf welchem Lebensweg wir uns eigentlich befinden?

Nimm mal an,

es gäbe einen Weg, an dem du vorbeilebtest, obwohl er dir ganz nahe ist..

Häufig hören wir von einem „anderen Weg“ – einem Weg, auf dem wir inneren Frieden finden können im Denken, Fühlen, Handeln. Viel wird uns hierzu angeboten. Fragen wir uns: Sind es Wege dieser Welt, Wege, die uns von sich abhängig machen? Vielleicht ermöglichen die Übungen, die Art des Denkens, die Art der Meditation es tatsächlich, inneren Frieden zu gewinnen. Was ist aber, wenn wir nicht mehr mitmachen, wenn wir diesen Weg aufgeben? Finden wir uns dann wieder dort, wo wir zuvor waren – auf den Pfaden und Wegen der Welt, im Gefühl der Verlorenheit?

Es muss einen Weg geben, auf dem wahrer Friede gefunden werden kann – wenn es wahren Frieden überhaupt gibt. Mehr und mehr Menschen haben gefunden: ein solcher Weg existiert. Auch er ist abhängig von etwas, aber diesmal nur von uns selbst. Immer noch müssen wir denken, fühlen, handeln, aber wir können eine neue Grundlage hierfür finden, in uns aufspüren, eine Grundlage, die im Verborgenen in uns selbst vorhanden ist. Wenn wir die Art, in der wir denken, fühlen und handeln, tiefergehend hinterfragen, gelangen wir vermutlich zu der Feststellung: All das folgt Wegen der Welt, die uns an sich binden. Keiner von ihnen führt in die Freiheit oder zu einem dauerhaften Frieden. Wo soll nun aber der Weg sein, der dorthin führt?

Lange haben wir im Außen gesucht, Vieles haben wir vielleicht ausprobiert. Keiner der Wege, keine der „Schnellstraßen“, konnte die innere Sehnsucht dauerhaft stillen. Warum nun nicht nach innen gehen und hier den Weg suchen? Wenn wir das wagen, was finden wir? Ein Sehnen, ein tiefes inneres Verlangen lebt in uns. Es reicht uns den Schlüssel für das, was wir tun sollen. Zunächst einmal bleibt es vage, nicht definierbar, nicht beschreibbar. Und dennoch ist es vorhanden, und zwar schon sehr lange. Es ruft zu einem Weg in eine andere Wirklichkeit. Daher die Unschärfe, das noch nicht Erkennbare. Der Weg besteht aus Etappen einer inneren Verwandlung. Und welch großes Glück: auch andere gehen ihn.

Jeder entdeckt dabei das, was nur ihm zukommt – und genau dabei findet er Mitreisende, Menschen, die in die gleiche Richtung gehen, zum selben inneren Frieden, auf ihrem eigenen, individuellen Weg. Trotz der Verschiedenheiten ist da ein Gleiches. Es befindet sich im Innersten eines jeden. Hier münden die Wege. Menschen, die dieses Ziel anstreben, treffen einander. Ich habe solche Menschen beim Goldenen Rosenkreuz gefunden. Es sind Individualisten. Sie folgen dem eigenen Weg. Aber mehr und mehr vereinen sich die Wege. Das Gemeinsame tritt hervor. Und das liegt am gemeinsamen Ziel.

Wenn wir zusammenkommen, wächst etwas, strahlt etwas aus in die Welt. Wir leben unser Leben in der Welt, aber unser Weg führt über sie hinaus, in weitere Dimensionen, die alle in uns beschlossen liegen. Eine überweltliche Schwingung berührt jeden, der auf den alten Wegen müde geworden ist.

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