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Geld und die Goldene Wirklichkeit

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Jeder kennt die zentrale Bedeutung des Geldes. Das Funktionieren unserer Wirtschaft hängt davon ab. Häufig spielt es eine Rolle bei der Ausbildung und Berufswahl, mitunter auch bei der Wahl des Ehepartners und bei der Entscheidung, Kinder zu haben. Vieles im Leben richtet sich nach monetären Gesichtspunkten.

Worin besteht eigentlich die Natur des Geldes?
Wir können es als eine Form von Energie betrachten, die etwas bewegt. Es ermöglicht den Austausch von Waren und Dienstleistungen. Und es sind viele Güter und Dienstleistungen, die wir in Anspruch und viele Ressourcen, die wir nutzen. Schauen wir einmal zurück zu den Wurzeln unserer Kultur, die in Griechenland liegen. Der Philosoph Aristoteles sah im Geld ein notwendiges Mittel, um ein gutes und gemäßigtes Leben zu führen. Sokrates wies in seiner Philosophie auf einen Aspekt des Menschseins hin, den wir hier einmal neben das Geld stellen möchten. Er sagte, dass in jedem Menschen eine Sonne verborgen liege und es unsere Aufgabe sei, sie zum Leuchten zu bringen.

Inwieweit hängen diese beiden Aspekte zusammen? Die Suche nach der inneren Sonne … Der Umgang mit dem Geld …

In den globalisierten Wirtschaftssystemen häufen Einzelne sehr viel Geld an. Viel mehr, als sie während ihres ganzen Lebens ausgeben können. Es verleiht Einfluss, ermöglicht einen hohen Lebensstandard und verschafft die Freiheit, Ziele zu verfolgen. Manche ererben auch enorme Reichtümer. Daneben gibt es die stetig wachsende Gruppe von Menschen, die nicht genug Geld haben, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Die Furcht, die materielle Lebensbasis zu verlieren, macht viele zu Sklaven des Geldes.

Unser Leben ist unbeständig und vergänglich. Das Geld mit seinem Überfluss und seinem Mangel ist ein Ausdruck davon. Alles ist im Fluss und alles Festhalten entpuppt sich als Illusion.

Geld hat seinen Ursprung im Wert von Gold und Silber. Gold war ursprünglich ein beliebtes Tauschmittel. Die Alchemisten sahen in ihm ein Symbol für die Sonne, es war „erstarrtes Sonnenlicht“. Im Verlauf großer kosmischer Prozesse reichert es sich in der Erde an, ebenso es auch die anderen Edelmetalle tun.

Gold und Geld dienen dazu, einen grundlegenden Mangel in unserer Existenz auszugleichen. Immer fehlt etwas, der Mangel begleitet uns. Sonnenlicht ist Lebensenergie; Gold bzw. Geld könnte man als erstarrte Lebensenergie ansehen. Die lebendige Energie, die wir vor allen Dingen brauchen, ist das Sonnenlicht. Es enthält eine Fülle von Kräften und Impulsen. Geistig gesehen ist es die Liebe. Unter diesem Blickwinkel ist Geld eine erstarrte Form von Liebe. Es anzuhäufen bedeutet dann, einen Mangel an Liebe auszugleichen.

Verschiedene spirituelle Traditionen stellen fest, dass der Mensch einstmals ein geistiges Wesen war. Eine materielle Form wurde für ihn entwickelt, in die er sich inkarnieren konnte, um hier Erfahrungen zu machen. Im Verlauf wiederkehrender Inkarnationen verlor er den Zugang zu seinem geistigen Ursprung und damit zu der Fülle lebendiger Energie und Liebe.

Der entstandene Mangel erzeugt Angst und Gier und so binden wir uns immer mehr an die Erde. Not und Armut sind die Folge, auch bei denen, die hier „reich“ sind. Aber der Adel aus der geistigen Welt ist nicht völlig verloren gegangen, er ist auf verborgene Weise noch in uns vorhanden. Lange Zeit allerdings versuchen wir, uns mit einem Surrogat zufrieden zu geben – und häufen Geld an.

Aber es geht um das lebendige Gold, das Gold der Seele, wie die Alchemisten sagten. Wenn wir dem Geld erlauben, mehr zu sein, als es in Wirklichkeit ist, wenn es seinen Platz als Diener verlässt und zum Meister wird, verarmen wir innerlich. Irgendwann können wir jedoch anfangen, gleichsam „Goldgräber“ zu werden und nach dem in uns verborgenen lebendigen Gold zu graben.

Dann betreten wir einen spirituellen Pfad. Wir beginnen zu begreifen, dass wir in zwei Welten existieren - einer materiellen und einer geistigen. Wir befassen uns sowohl mit materiellen als auch mit geistigen Kräften und Substanzen. In uns treffen sie zusammen. Unser Leben wird zu einer ständigen Transformation und von uns geht Transformierendes aus. Im Einklang mit unserem Bewusstsein ändert sich auch unser Zusammenleben mit Anderen. Wir erleben die tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen und stellen uns darauf ein. Liebe in einem umfassenden Sinn ist die Folge.

Geld benötigen wir für den Austausch von Gütern. Der tiefer gehende Austausch indes benötigt Liebe. Sie ist die seelisch verbindende „Substanz“. Sie gilt es für eine nachhaltige Transformation anzuwenden. Liebe befähigt uns dazu, die goldene Wirklichkeit erneut entstehen zu lassen. Als geistiger Funke, als innere Sonne, liegt sie in unserem Wesen beschlossen. Und diese kann aufgehen. Ein gutes und gemäßigtes Leben, wie Aristoteles sagte, ist hierbei hilfreich.  

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