Wo kein Weg mehr ist (Ausschnitt)

Problemfrei leben?

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Wir verbringen viel Zeit, am Tag und teilweise auch des Nachts, mit den unzähligen Problemen, die sich uns aufdrängen. Sie beschäftigen uns, sie binden unsere Aufmerksamkeit, wir geben Ihnen unsere Lebensenergie. Wir suchen nach Lösungen, Optimierungen und Strategien.

Vielleicht träumen wir manchmal davon, wie schön ein Leben ohne Probleme sein könnte. Aber: Könnte es auch sein, dass Probleme einen Sinn haben?

Ihre Flut scheint nicht aufzuhören. Im Gegenteil, es werden immer mehr. Wir kommen kaum mehr nach, so viele Lösungsstrategien zu finden und umzusetzen, wie eigentlich nötig sind. Wir fühlen uns gestresst. Es erschöpft uns, wir können nicht mehr. ... Und so geschieht es, dass immer mehr Menschen in einen Burnout kommen.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Wie können wir mit der Situation umgehen? Wie können wir unsere Probleme lösen, ohne uns krank zu machen? Wie können wir unseren Aufgaben und dem Leben gerecht werden? 

Es gibt viele Strategien. Wir müssen wählen, je nach unserer Veranlagung. Eine Möglichkeit besteht darin, dem Leben gegenüber eine völlig neue Haltung einzunehmen.

Eine neue Haltung gegenüber dem Leben

Der Physiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) stellte fest: „Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.“ Sich in sie zu vertiefen, sich ihnen anzuvertrauen, führt dazu, dass wir uns ändern. Es führt zu einer inneren Erhebung über die Probleme.

Der Verstand bietet Übungen und ausgefeilte Methoden an. Meine Erfahrung ist: Wirkliche Erhebung wird möglich durch Ergebung in die Intelligenz, die in der Tiefe unseres Herzens lebt. Wir selbst mit unseren beschränkten Möglichkeiten und unseren Unvollkommenheiten können das Leben niemals in den Griff bekommen. Indem wir uns und unsere ich-zentrierten Motive und Fixierungen hingeben an den Funken des göttlichen Geistes, der in uns verborgen liegt – wird auch uns gegeben. Sobald diese Hingabe für uns eine Lebenspraxis wird, findet ein Austausch von Kräften statt. Das Sich-Hingeben, Sich-Verschenken beinhaltet ein Empfangen von neuen Energien, die unsere Haltung, unsere Sichtweise, ja unsere Wahrnehmung gegenüber allen Problemen völlig verändern.

Probleme sind unseretwegen da

Wir schauen auf die Dinge aus neuer Perspektive, nehmen die Problem auf neue Weise wahr – und plötzlich zeigen sie sich auch von anderer Seite und wir beginnen, sie tiefergehend zu verstehen. Ihr Griff auf uns lockert sich. Impulse aus dem Innern, aus der Tiefe unseres Herzens zeigen uns, dass sie berechtigt sind, ja dass sie sogar unseretwegen da sind. Sie weisen uns auf die Notwendigkeit hin, uns zu ändern und die Art, wie sie sich darstellen, zeigt uns sogar die Richtung auf, wie wir dies tun könnten. Ein komplizierter Knoten wandelt sich und wird zu einer segensreichen Lebensaufgabe. Wir sind innerlich erhoben worden und können nun tatsächlich von einer Anhöhe aus auf die Situation schauen. Oder vielmehr schauen dann nicht wir selbst mit unserem voreingestellten Wahrnehmungsfilter darauf, sondern der latente spirituelle Mensch in uns leiht uns für Momente seine Augen. Er beginnt zu erwachen, und zwar genau deshalb, weil wir uns ihm zuwenden, ihm Raum schaffen.

Wir lassen mehr zu, stellen uns dem Durchschauen und dem Durchschaut-Werden nicht mehr in den Weg.

So geschieht es, dass Probleme, die uns eine Zeit vorher vielleicht noch unlösbar vorkamen, sich als Scheinriesen entlarven, ja als Handreichungen für unsere eigene Entwicklung. Sie bilden sich zurück auf Ihr angemessenes Maß, wir können mit ihnen umgehen. Unser Inneres fügt sie in eine höhere Ordnung ein. Wir tun dann einfach und nüchtern das, was die Situation erfordert – ohne dramatisches Beiwerk. Es sind für uns keine Probleme mehr, die uns beherrschen, sondern einfach Situationen, die so sind, wie sie sind und in denen wir das tun, was ihrer Aufforderungssignatur entspricht – nicht mehr und nicht weniger. Das Problematische hat sich aufgelöst. Wir haften nicht mehr an der Situation, sind nicht mehr an sie gebunden, selbst wenn sich rein äußerlich nichts geändert hat.

Sich über die Probleme erheben zu lassen, indem wir uns und unser Leben in innerlicher Ergebenheit dem Höheren in uns unterordnen: Ist das nicht das Geheimnis eines „problem-freien“ Lebens? Nicht in dem Sinne, dass unser Leben dann nur noch reibungslos und harmonisch abläuft oder dass wir ein überlegenes Gefühl hätten, über den Dingen zu stehen. Ganz und gar nicht. Doch wir sind nicht mehr wie bisher an die emotionalen Ströme gekettet. Wir lassen uns von etwas durchströmen, das viel größer ist, von etwas, das nicht „von dieser Welt“ ist. Wir sind nicht mehr ergriffen von dem, was  problematisch ist.

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