Waldteich

Rainer Maria Rilke, Transformation: Waldteich

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Fand es in mir Liebe vor?
Tröstung für das aufgegebne Freie,
wenn es sich aus seiner Weltenreihe
wie mit unterdrücktem Schreie
in den unbekannten Geist verlor?

Hab ich das Errungene gekränkt,
nichts bedenkend, als wie ich mirs finge,
und die großgewohnten Dinge
im gedrängten Herzen eingeschränkt?

Bilder, Zeichen, dringend aufgelesen,
hat es euch, in mir zu sein, gereut?
…………………..
Oh ich habe zu der Welt kein Wesen,
wenn sich nicht da draußen die Erscheinung,
wie in leichter vorgefasster Meinung,
weither heiter in mich freut.


Musik


Ich gewinne das Angeschaute, mache es mir zu eigen.
Rilke empfindet, dass etwas, das ich tief anschaue,
sich in meinen Geist hinein verliert.

Die Natur trägt unser Leben.
Sie ist unsere Lebensgrundlage hier in dieser Welt.

Wir beuten sie aus, behandeln sie als eine Sache,
die wir nutzen können, ganz wie es uns gefällt.
Doch wir merken jetzt,
dass wir an eine Grenze stoßen, eine Grenze des Opfers,
das die Natur uns bringt.
Sie beginnt, sich von uns zurückzuziehen..

Nun können wir zu Schauenden werden.
Wir können uns auf die Natur einstimmen, können auf ihr Inneres lauschen.
Dann treten die Dinge auf andere Weise in uns ein.

Wir können ihnen die Tür öffnen zu den seelischen Tragkräften der Welt.
Die Kraft, die alles trägt und alles miteinander verbindet,
ist die der kosmischen Liebe.

Wir bekommen die richtige Beziehung zur Welt,
wenn sie für uns nicht nur äußere Erscheinung ist.

In dem Moment freut sie sich darauf, von uns wahrgenommen zu werden

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