Stille

Stille

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Nimm dafür ein Ebenbild: Eine Tür geht in einer Angel auf und zu. Nun vergleiche ich das äußere Brett an der Türe mit dem äußeren Menschen und die Angel mit dem inneren Menschen. Wenn nun die Türe auf und zu geht, so bewegt sich das äußere Brett hin und her, und die Angel bleibt doch unbeweglich an einem Fleck und wird darum nicht im geringsten verändert. In gleicher Weise ist es auch hier.   
Ich sitze und schweige und lausche, was Gott in mir spricht.  

Hier finden Sie alle Videos zu diesem Projekt auf unserem You Tube Kanal.  

Wie schwer es mir doch fällt, wirklich Stille in mir zu finden?
Dabei ist die Stille immerzu da,  – um mich herum, in diesem Raum, im ganzen All; –
auch in dem Baum in meinem Garten und dem plätschernden Bach ist Stille.
Doch ich lebe nicht darin, weil ich in meiner eigenen, abgetrennten Welt gefangen bin.
Gedanken kreisen unentwegt durch mein Gehirn. Begierden treiben mich an.
Der Zustand der Abwesenheit der Stille in meinem Leben wird mir manchmal sehr schmerzhaft bewusst.
Mit meinem Verstand kann ich den Zustand der Stille nicht erreichen.
Immer stellt sich meine Persönlichkeit zwischen mich und mein wahres göttliches Ich.
Wie kann ich in dieser lauten Welt überhaupt einen Raum der Stille finden?
Die äußere Informationsflut ist so überwältigend, dass es mir sehr schwer fällt in Beziehung zum meinem Innersten zu treten.

Die Frage in mir wird immer drängender:
Was ist meine wahre Aufgabe in diesem Leben, in diesem Moment?
Wer bin ich wirklich?
Kann ich eine Antwort auf diese Frage in mir finden?

Ich merke, dass ich nur in Augenblicken der Stille, in der Abgeschiedenheit wie Meister Eckhart es nennt, wenn mein Ich zur Ruhe kommt, eine Annäherung an das Wahre fühle. Wenn ich mich diesem Kern meines Wesen nähere, bin ich mit allen Geschöpfen verbunden.
Aus tiefem Mitfühlen und Erkennen heraus, kann ich jetzt wirklich im Außen handeln, – der äußere Mensch sein, wie Meister Eckhart ihn nennt.
Ein Mensch, der im täglichen Leben steht und im Fluss des Lebens das tut, was in jedem Augenblick notwendig ist. Wie die Tür, die sich bewegt, auf und zu geht, - während die Angeln, der innere Mensch, in vollkommener Ruhe bleib, oder wie die Nabe im Zentrum des sich drehenden Rades vollkommen still steht.

Was ist meine Aufgabe?                                                                                                     
Vielleicht muss ich zunächst wahrnehmen, wann ich dem äußeren und wann ich dem inneren Menschen meine Aufmerksamkeit widme - um so die Momente zu erkennen, in denen mein äußerer Mensch den inneren verdrängt und in den Schatten stellt. Die Stille ist der heilige Raum, in dem diese Erkenntnis möglich ist.  
Ich sitze und schweige und lausche, was Gott in mir spricht.

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