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Zahlen erzählen die Geschichte des Lebens Teil 5

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Zum Teil 4

Wie im Zyklus Eins – Zwei – Drei die Drei in dem Verhältnis zwischen den Polen Eins und Zwei einen Ebenenwechsel vollzieht, so führt uns auch die Sechs in dem Verhältnis zwischen der konkreten materiellen Welt mit ihrer geistigen Unbewusstheit (der Welt der Vier) einerseits und dem geistig bewusst gewordenen Individuum (der Welt der Fünf) andererseits auf ein anderes Niveau [1].

Durch den Zyklus Vier – Fünf – Sechs wird die sichtbare Schöpfung dargestellt, wobei die Sechs die Welt des Lebendigen repräsentiert, in der die Vier und die Fünf miteinander verbunden sind. Am sechsten Schöpfungstag wurde in der Genesis das Urelternpaar erschaffen und damit die Schöpfung vollendet.

In der Natur finden wir die Sechs in mannigfacher Weise als Lebensbasis:

Kohlenstoff, das chemische Grundelement des organischen Lebens, hat die Ordnungszahl 6 und die Kernladungszahl 6; der Benzolring, Grundbaustein der organischen Welt, gründet ebenfalls auf der Zahl Sechs. Seine chemische Formel lautet

C6H6

Der Mensch braucht als seine Lebensbasis die erschaffene Welt (die Ebene der Vier). Sie wiederum greift auf das Licht zurück. Die beiden Bestandteile Vier und Fünf versuchen, über das Prinzip Sechs miteinander zu verschmelzen [2].

Die Geometrie führt uns im Zweidimensionalen zum Sechsstern (dem Davidstern): Er entsteht durch ein sich von oben nach unten senkendes Dreieck, das den sich materialisierenden Geist repräsentiert und ein nach oben strebendes Dreieck, Symbol für die sich vergeistigende Materie. Das Auf und Ab, das sich Materialisierende und das sich Vergeistigende, werden als eine Einheit dargestellt. Auch hier wird die Notwendigkeit des Polaren erkennbar.

Die Vierheit im Raum wird geometrisch dargestellt durch den Würfel; er ist von sechs Quadraten begrenzt. Der in der Ebene aufgeklappte Würfel bildet ein Kreuz und zeigt damit die Vierheit als seine Basis.

Die Sechs gehört der Vollkommenheit an, da sie die Vollkommenheit in der Welt herbeiführt. Die jüdischen Mystiker und Kabbalisten würdigten dies durch den Namen der sechsten Sephira, die sie Tipheret, „Schönheit“, nannten.

Unter den Zahlen nennt man die Sechs auch eine vollkommene Zahl, da die Summe ihrer Teiler wiederum Sechs ergibt: 

1 + 2 + 3 = 6

honeycomb
.

Die Sechs ist die Zahl der vollendeten Organisation in der Materie. Sie ermöglicht zum Beispiel die fugenlose Strukturierung einer Fläche. Die Sechs wird auch als die Zahl des idealen Staates bezeichnet. Ein Bild hierfür zeigt uns die Natur in den Bienenwaben.

Viele Beispiele in der Natur lassen uns erkennen, dass die Offenbarung von Einheit und Vollkommenheit erst mit Hilfe der Polarität möglich wird. Eine Schneeflocke entsteht, indem sich an einem Kern (einer Verschmutzung) durch Kristallisation von Wasser ein Sechsstern bildet. Ohne diesen Kern könnte sich die eindrucksvolle Struktur der Schneeflocke nicht heranbilden.

Polarität und Gespaltenheit schließen die Vollkommenheit also nicht aus, sondern führen zu ihr hin. Auf diese Weise kann das Vollkommene vom Bewusstsein erfasst werden.

Die Sechs ist auch die Zahl der sexuellen Kraft des Menschen, einer Kraft, die zur Einheit und Vollkommenheit drängt. Ihr Endziel geht weit über die körperliche Vereinigung von Mann und Frau hinaus. Ziel ist letztlich die chymische Hochzeit, die Vereinigung der geläuterten Seele als weiblichem Pol mit dem Geist als männlichem Pol. In Märchen und Mythologien wird das auf vielfache Weise dargestellt.

Die Art, in der der Mensch die sexuelle Kraft nutzt, hängt von seiner freien Entscheidung ab. Sie kann sich im Äußeren verlieren oder auf einer höheren Ebene ein Quell von Intuition und Schöpfungskraft werden, die die Liebe für alle und alles einschließt.

Die Zahl Sechs lehrt, dass Wachstum, Fülle und Einheit sich offenbaren können, wenn wir die Fähigkeit der Unterscheidung erworben haben. In ihrer Vollendung steht die Sechs für die Lösung aus den irdischen Bindungen und die Überschreitung der Grenzen unserer Welt. Insofern beinhaltet der Zyklus  Vier – Fünf – Sechs  den Weg der inneren Läuterung und Reinigung des Wahrnehmens, Fühlens, Wollens und Handelns. Er fordert die Entwicklung und Festigung der eigenen Disziplin.

Auf diese Weise gelangen wir zur Sieben.

Zum Teil 6

  • [1]. Michael Stelzner, Die Weltformel der Unsterblichkeit, S.62ff)
  • [2]. Michael Stelzner, Weltformel, S. 67 ff.
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