Wir sind zwei

In mir sind Zwei – Der Seelenfunke im Menschen

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 Darum sagt die Schrift zum Menschen, es gebe in uns einen äußeren und einen anderen, einen inneren Menschen. Den äußeren Menschen nennt die Schrift den alten Menschen, den irdischen Menschen, den äußeren Menschen, den feindlichen Menschen, einen knechtischen Menschen. Den anderen, den inneren Mensch, der in uns steckt nennt die Schrift einen neuen Menschen, einen himmlischen Menschen, einen Freund und einen
edlen Menschen. Und der ist gemeint, wenn unser Herr sagt, dass ein ‚edler Mensch auszog in ein fernes Land und sich ein Reich gewann und wiederkam.“

Hier finden Sie alle Videos zu diesem Projekt auf unserem You Tube Kanal.

Joseph Beuys sagte einmal: „Es kommt alles auf den Wärmecharakter im Denken an“. Auch ein Satz der mich tief beschäftigt.
Schon als kleines Kind überkam mich oft unendliche Traurigkeit über die Menschen um mich herum, -über ihre Unwissenheit und ihr fehlgeleitetes Streben nach Glück und Erfolg,- über das große Leid, das sie sich selbst und anderen damit zufügen.

Ich betrachte einen Baum wie er da steht, in seiner unerschütterlichen Würde, wie ein König.
So vollkommen, so frei, mit sich im Einklang.
Wie er mit mir eine Einheit bildet, wie er alles  gibt:
seinen Schatten, seinen Schutz, sein Holz, seine Früchte  –
selbst die Luft zum Atmen und noch viel mehr, er verschenkt sich ganz, ohne Warum.
Ich bin verliebt in diesen Baum.
Ich sehe den Baum in seiner vollkommenen Schönheit und bin erschüttert und traurig,
was wir Menschen aus Unwissenheit den Bäumen antun;              
auch den Tieren, selbst den Steinen, die wir ausbeuten.                                     
Und wie erst beutet der Mensch den Menschen aus!
Wie kann man das eigentlich alles aushalten?  
Der Baum ist nicht traurig, er tut einfach das,
was er kann und das tut er aus vollkommener Selbstlosigkeit.
Er lebt aus der Liebe und in der Liebe, in Gottes Geist.
Was für ein Trost liegt doch darin, Geistes-gegenwärtig zu sein so wie der Baum.

„Gott ist mir näher als ich mir selber bin, mein Wesen hängt daran, dass Gott mir nahe und gegenwärtig ist.
Das ist er ebenso einem Stein und einem Holze, aber sie wissen es nicht.…… Und darum ist der Mensch seliger als ein Holz, weil er Gott erkennt“
„Der höchste Engel und die Seele und die Mücke haben ein gleiches Bild in Gott“

Also nur wir Menschen können Gott erkennen.
Ist für uns mit dieser besonderen Fähigkeit vielleicht eine Aufgabe verbunden?
Die Natur erfüllt ihre Aufgabe mit so viel Hingabe und Liebe vollkommen, -
so das alle Geschöpfe ein sinnerfülltes und reiches Leben auf unserer gemeinsamen Erde führen können.    
Und wir?
Manchmal kommt mir der Verdacht, sie will uns durch die vielen Umweltkatastrophen oder Krankheitserreger ganz aktuell etwas mitteilen.
Vielleicht etwa so: „Wir Wälder, wir Meere, wir Lüfte,… wir Bienen… haben alles geben, wir haben unsere Aufgabe erfüllt.   Jetzt bist Du dran lieber Mensch   -           
wir warten auf Dich!“

Mir wird bewusst:
Mit all unserer Klugheit können wir die Welt nicht mehr heilen.  
Doch aus dem Seelenfunken heraus, wie Meister Eckhart den göttlichen Teil in uns nennt, ist es möglich.
Alles wird im Geist Gottes geheilt.
Der Seelenfunken bleibt durch alle Inkarnationen hindurch in uns
und erinnert  an unsere göttliche Natur. -
Daher ist die Selbsterkenntnis, die Erkenntnis unserer wahren Natur, die Voraussetzung für die Gotteserkenntnis.

Gott schmeckt sich selbst in allen Dingen. ...Alle Kreaturen geben ihr Leben um ihres Wesens willen auf. Alle Kreaturen tragen sich in meine Vernunft hinein, damit sie in mir vernünftig sind. Ich allein bringe alle Kreaturen zu Gott zurück.

Was für eine großartige Aufgabe wir Menschen also haben.
Durch die Gabe der Vernunft und durch das Erkennen unseres Einsseins mit Gott bringen wir das Göttliche in der Natur, in den Pflanzen den Tieren und den Steinen ins Bewusstsein, ins bewusste Sein.
Angelehnt an Meister Eckharts Worte könnte ich sagen:     
Wir Menschen allein haben die Aufgabe, alle Kreaturen zu Gott zurück zu bringen.

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